600 Jahre
Tradition

Kulturdenkmal und Ort regionaler
Identität

PFERDEZUCHT UND REITSPORT SEIT 1413

Das Gestüt Harzburg gilt als älteste und schönste Anlage ihrer Art in Deutschland. Es hat über Generationen die Pferdezucht und den internationalen Reitsport ebenso geprägt wie die regionale Identität. 2016 wurde der Zuchtbetrieb nach über 600 Jahren eingestellt. Dennoch ist das Gestüt
Schauplatz der alljährlichen Bad Harzburger Galopprennwoche geblieben und dient für zahlreiche Veranstaltungen als stimmungsvolle Kulisse.

Link Zum Veranstaltungskalender

URSPRÜNGE ALS HERZOGLICHE PFERDEZUCHT

1413 von Bernhard I. von Braunschweig-Lüneburg gegründet, diente das Gestüt Harzburg ursprünglich der Versorgung des herzoglichen Hofes mit Pferden, ursprünglich auch zu militärischen Zwecken. Seine erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1542. Die noch heute stehenden historischen Gebäude wurden ab 1851 teilweise aus den Überresten der ehemaligen Harzburg
errichtet. Baulich-historischer Kern des Gestüts Harzburg ist der sogenannte Südhof mit seinem charakteristischen Langen Stall in direkter Nachbarschaft zum Bündheimer Schloss und zum Schlosspark. Erst in den 1930er-Jahren kam der Nordhof hinzu.

ENGE BEZÜGE ZUM BÜNDHEIMER SCHLOSS

Die Geschichte des Gestüts Harzburg ist eng mit dem Bündheimer Schloss verbunden, dessen ursprüngliche Anlage 1626 Söldner des Heerführers Wallenstein zerstört haben. Ab 1650 wurde es aus den Resten des alten Amtshauses und Steinen der Harzburg neu errichtet, musste jedoch
aufgrund von Baumängeln wieder abgerissen werden. Das noch heute stehende Gebäude datiert auf 1685. Es diente bis 1750 als Amtshaus der Braunschweiger Herzöge, bevor es der Verwaltung des Gestüts gewidmet wurde. Seit den 1970er Jahren in Besitz der Stadt Bad Harzburg, wird das Schloss Bündheim heute hauptsächlich für Veranstaltungen genutzt.

EIN GROSSER NAME IM REITSPORT

Mit einer über 600-jährigen Tradition zählt das ehemalige Gestüt Harzburg zu den bedeutendsten Adressen der deutschen Pferdezucht. Seit 1886 stand die Zucht von Vollblut- und Rennpferden im Fokus des Gestüts, ein Bereich, in dem das Gestüt viele berühmte Rennpferde hervorbrachte. Ohne Unterbrechung war das Vollblutgestüt Harzburg bis 2016 ausgesprochen erfolgreich in Betrieb. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es modernisiert und ausgebaut. 1966 pachtete die Norddeutsche Landesbank das Areal und entwickelte das Gestüt zu einer international renommierten Hochburg für Vollblut- und Rennpferde, gab den Betrieb aber 2016 schließlich auf.

BERÜHMTE PFERDE DES GESTÜTS

Der Perserhengst Mirza war 1821 ein Geschenk des englischen Königs George IV. an Herzog Karl II. von Braunschweig und Stammvater der berühmten Harzburger Schimmelzucht.
Das Englische Vollblutpferd Adlerflug war vielfacher Derbysieger und von 2009 bis 2016 Deckhengst auf dem Gestüt Harzburg.
Das erfolgreichste deutsche Galopprennpferd aller Zeiten Luciano, kam nach seiner Rennlaufbahn als Deckhengst ins Gestüt Harzburg und zeugte dort viele hochklassige Pferde.

REGIONALE EVENTS UND SPITZENSPORT

Seit 2016 blieb die Liegenschaft ungenutzt, mit Ausnahme von einzelnen Wohneinheiten und einigen Pferdeboxen. Derzeit werden die Ställe regelmäßig im Rahmen der Bad Harzburger Pferderennwoche genutzt. Zudem sorgen ein neues Nutzungskonzept und die damit verbundenen baulichen

Maßnahmen dafür, dass sich das Gestüt Harzburg zu einem wesentlichen Baustein für die regionale Kulturlandschaft entwickelt.

MEHR INFORMATIONEN

Wenn Sie mehr über die Geschichte des Gestüts Harzburg erfahren wollen, empfehlen wir die folgende sehr umfassende Veröffentlichung, die zudem unterhaltsam geschrieben reich bebildert ist:
Knof, Egon: Gestüt Harzburg. Das Erbe der Braunschweiger Herzöge. Bad Harzburg 2022
Zu bestellen ist das Buch zum Beispiel unter

www.die-buecherheitmat.de
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